US-AMERIKANISCHE ÜBERZEUGUNGEN ZU GEWALT AN KINDERN, UNTERSTÜTZUNG EINES BUNDESPRÄSIDENTEN UND POLITISCHE DIALOGE

Christian Pfeiffer gilt als bekanntester deutscher Kriminologe und ist häufig befragter Experte in Talkshows bundesdeutscher Medien, wenn es um Themen wie Rechtsextremismus unter Jugendlichen oder um Medienkonsum und Gewalttätigkeit geht. Als ehemaliger Direktor des KFN, des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens, hat er maßgeblichen Anteil an der wissenschaftlichen Weiterentwicklung der Kriminologie. Von 2000 bis 2003 war er niedersächsischer Justizminister für die SPD.

Christian Pfeiffer ist als streitbarer Diskutant gefürchtet. In diesem Interview jedoch zeigt sich eine ganz andere Seite. Ich habe selten ein so offenes und persönliches Gespräch führen können, insbesondere mit jemandem, der in der Öffentlichkeit häufig vehementen Angriffen ausgesetzt ist.

Wir sprechen in dieser intensiven Stunde unter anderem darüber wie wichtig eine solide Datenbasis für politische Diskussionen ist; wie sein Lebensweg zum Direktor des KFN aussah (besonders interessant dabei ist, das alles begann mit einer Initiative für Zeitungen für Strafgefangene in bayrischen Gefängnissen). Zur Sprache kommt das Thema der Gewalt an Kindern in Deutschland und wie die Lage im Vergleich aktuell in den USA aussieht.

Zusatzinfo:

Im Juni 2011 fasste die Deutsche Bischofskonferenz einstimmig den Beschluss, dass Kirchenmitarbeiter unter Aufsicht eines Teams des KFN sämtliche Personalakten der vergangenen zehn Jahre auf Hinweise zu sexuellen Übergriffen durchsuchen sollten. Pfeiffer war als Leiter des KFN an dem Projekt maßgeblich beteiligt.

Das Projekt wurde am 9. Januar 2013 von der Deutschen Bischofskonferenz gekündigt. Der zuständige Bischof, Stephan Ackermann, gab als Hauptgrund dafür ein zerrüttetes Verhältnis zwischen den deutschen Bischöfen und Pfeiffer an. Pfeiffer warf der Deutschen Bischofskonferenz am gleichen Tag vor, die Missbrauchsstudie zensieren zu wollen und die Veröffentlichung von Texten aus der Studie ggf. auch zu verbieten.